Finanzkompass 2020 verliehen

Finanzkompass 2020 verliehen

Hamburg, 30.11.2020 – Marwin Mönkemeyer und Dr. Henrik Gildehaus sind die Gewinner des diesjährigen Wissenschaftspreises des Finanzplatz Hamburg e. V. Sie wurden ausgezeichnet in der Kategorie "Beste Master-, Bachelor- oder Seminararbeit" bzw. "Beste Dissertation".

Marwin Mönkemeyers prämierte Masterarbeit "Social norms and ethical biases in institutional investor portfolios" widmet sich dem Themenfeld der sozialen Normen und irrationalen Verhaltensanomalien in institutionellen Investoren-Portfolios. In seiner Analyse legt er einen besonderen Fokus auf „Soziales Vertrauen“ in die Mitmenschen als maßgebliche Determinante des grenzüberschreitenden Investitionsverhaltens und analysiert im speziellen Investitionsverzerrung zugunsten von Investitionen im Heimatland, im Englischen „home bias“. Der home bias, als Neigung von Investoren, Geldanlagen – entgegen der wohlbekannten Vorteile internationaler Portfoliodiversifikation – in ihrem Heimatland überproportional zu gewichten, zählt zu den sechs bislang ungelösten Phänomenen der Makroökonomie. Der empirische Untersuchungsgegenstand der Arbeit ist ein internationaler Paneldatensatz von knapp 10.000 institutionellen Anlegern aus 65 Ländern.

Gewinner des Finanzkompass 2020: Marwin Mönkemeyer (Mitte) zusammen mit Prof. Henning Schröder (re) und Finanzplatz-Geschäftsführer Jörn Le Cerf (Foto: Jan Korte)
Gewinner des Finanzkompass 2020: Marwin Mönkemeyer (Mitte) zusammen mit Prof. Henning Schröder (re) und Finanzplatz-Geschäftsführer Jörn Le Cerf (Foto: Jan Korte)

Die Arbeit liefert unter Anwendung multivariater Regressionsanalysen empirische Belege, dass der Faktor des sozialen Vertrauens eines Investors die Portfolioallokation signifikant beeinflusst. Dem Untersuchungsdesign kommt zugute, dass die Ausprägung von Vertrauen eine hohe Varianz im internationalen Vergleich aufzeigt, so dass dadurch präzise Schätzungen der Effekte von Vertrauen auf den home bias und foreign bias ermöglicht werden. Ganz oben auf der Skala liegen die skandinavischen Länder, in denen eine durchgängig hohe Vertrauensausprägung vorliegt. Schlusslicht bilden Staaten wie Brasilien oder Malaysia.

Mönkemeyer gelingt es, empirisch fundiert nachzuweisen, dass Investoren mit hohem Vertrauen weniger stark vom Home Bias und foreign bias – also der Überrepräsentierung von Investitionen in einem bestimmten Zielland – betroffen sind. Für seine Masterarbeit "Social norms and ethical biases in institutional investor portfolios" erhält Marwin Mönkemeyer 3.000 Euro.

Prämierte Doktorarbeit über die Wirkungen der Finanzkrise auf die Stabilität von Wirtschafts- und Finanzsystem

Der ebenfalls mit 3.000 Euro dotierte Finanzkompass 2020 für die "Beste Dissertation" geht an Dr. Henrik Gildehaus. Seine Arbeit "CoCo-Bonds als Beitrag zur Vermeidung systemischer Risiken im Bankensektor – Eine rechtsvergleichende Untersuchung unter Berücksichtigung der Regelungen zur Sanierung und Abwicklung von Banken" thematisiert die verheerenden Wirkungen, welche die Finanzkrise auf die Stabilität von Wirtschafts- und Finanzsystem hatte. Er schreibt: "Unterliegen Reformbestrebungen im Banken- und Finanzsektor intrinsischen Grenzen, birgt der jetzige Regulierungsrahmen für Banken und Finanzmärkte inzwischen paradoxerweise selbst systemische Risiken in sich und wie können moderne Demokratien mit der Situation umgehen, dass globale und hochentwickelte Finanzmärkte keine geografischen Grenzen kennen? Begegnen sich Parlamente und Spezialisten aus der Finanzindustrie überhaupt noch auf Augenhöhe und falls nein, wie ließe sich ein solches Defizit abmildern?"

Zur Annäherung an diese Fragen wird eine neue Form verlustabsorbierenden Kapitals aufgebracht, welches nach Auffassung Gildehaus einen einen systemimmanenten und nachhaltigen Lösungsbeitrag für die zukünftige Vermeidung von Krisen – wie der Finanzkrise – und weiteren Belastungen von Steuerzahlern bietet. Konkret untersucht er die Einsatzmöglichkeiten einer Form hybriden Kapitals – sogenannter „Contingent Convertible“, kurz CoCo-Bonds – zur Vermeidung systemischer Risiken im Bankensektor. Unter bestimmten Voraussetzungen können CoCo-Bonds als regulatorisches Eigenkapital von Banken angerechnet werden und durch eine Umwandlung in Eigenkapital oder Herabschreibung ihres Nennwerts im Krisenfall eine Verlustteilnahme von Gläubigern und automatische, bestenfalls vorinsolvenzliche Rekapitalisierung von Banken sicherstellen.

Methodisch verfolgt Gildehaus einen interdisziplinären und rechtsvergleichenden Ansatz. Neben der Analyse von Erkenntnissen aus den Wirtschaftswissenschaften steht eine umfassende Analyse des Bank-, Kapitalmarkt- sowie Aktienrechts, innerhalb der Rechtswissenschaft. Im Ergebnis empfiehlt der Autor die Einführung einer gänzlich neuen Struktur von CoCo-Bonds und mahnt zu einer kritischen Analyse der Finanzmarktregulierung und zu einer stärkeren transatlantischen Zusammenarbeit.

Die Arbeit wurde unter Begleitung von Prof. Dr. Heribert Hirte an der Universität Hamburg verfasst. Er und der Zweitgutachter, Prof. Dr. Dr. h.c. Marian Paschke, bewerteten die Dissertation mit der Note "summa cum laude".

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News

Erstmals über 100 Fintechs am Finanzstandort Hamburg

Erstmals über 100 Fintechs am Finanzstandort Hamburg

Hamburg entwickelt sich kontinuierlich zu einem wichtigen Zentrum der digitalen Finanzwirtschaft mit neuen Finanztechnologieunternehmen (kurz: Fintechs) weiter. Erstmals zählt der „Fintech Monitor“ des Finanzplatz Hamburg e.V. mehr als 100 aktive Fintechs am Standort. Bei der ersten Veröffentlichung des Fintech Monitors im Jahr 2017 waren es lediglich etwas mehr als 30 Unternehmen. Die am Standort tätigen Unternehmen decken eine hohe Bandbreite an Geschäftsmodellen ab und zeigen auf diese Weise die hohe Innovationsfähigkeit der Hamburger Finanzwirtschaft. Das seit dem Jahr 2022 und bis Ende 2025 laufende Förderprogramm „InnoFinTech“ unter dem Dach des Masterplans Finanzwirtschaft 2021-2025 hat der Hamburger Fintech-Szene einen merkbaren Schub gegeben. Bisher wurden 20 der im Fintech Monitor verzeichneten Unternehmen über das Programm gefördert.

 

Senator Dr. Andreas Dressel:

„Der jüngste Fintech Monitor spiegelt die positive Entwicklung des Finanzstandorts Hamburg insgesamt wider und motiviert uns, gemeinsam mit dem Finanzplatz Hamburg e.V. und der Handelskammer Hamburg den Masterplan Finanzwirtschaft 2021-2025 weiterhin konsequent umzusetzen. Ich freue mich sehr, dass wir als Stadt mit unserem InnoFinTech-Förderprogramm diese Dynamik unterstützen und - gerade in der aktuell herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Lage - wichtige Impulse zur weiteren Stärkung des Hamburger Fintech-Ökosystems geben. Davon profitieren mit geförderten InsurTechs, PropTechs, LegalTechs und RegTechs auch verwandte Bereiche. Überall geht es darum, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und Innovationen zu ermöglichen.“

 

Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender Finanzplatz Hamburg e.V.:

„Die lebendige Fintech-Szene in Hamburg ist ein Zeichen für die Vitalität unseres Finanzplatzes. Schon seit vielen Jahren legen wir als Verein, etwa mit unserer Marke Fintech Hamburg, einen Fokus auf die Stärkung der Innovationsförderung in unserer Branche und nehmen laufend neue Akteure in unser Netzwerk auf. Das InnoFinTech-Programm trägt mit attraktiven Förderkonditionen zur positiven Entwicklung des Standorts bei.“

 

 

Hintergrund:

Fintech Hamburg und der Fintech Monitor sind Produkte des Finanzplatz Hamburg e.V. und stellen die Vielfalt der in der Metropolregion tätigen Fintechs in einem virtuellen Schaufenster vor. Als Fintechs im Sinne des Monitors werden Firmen und insbesondere StartUps, welche sich mit der Digitalisierung der Finanzwirtschaft beschäftigen, begriffen. Zwecks Orientierung werden die Unternehmen den folgenden Kategorien zugeordnet: „Assistance & Self Service“, „Finance“, „Accounting & Taxes“, „Banking & Savings“, „Insurance“, „Crypto“, „Analytics & Research“, „Trade Finance“, „Brokerage & Comparison“, „Payments“ und „Retail Investment“.

 

Das Förderprogramm „InnoFinTech“ richtet sich beispielsweise an Unternehmen, die App basierte Geschäftsmodelle zur Steuerung von Transaktionen, Plattformen für den Finanzhandel oder zur Vermögensverwaltung (Fintech) entwickelt haben. Aber auch die Fintech-verwandten Bereiche geraten mit InnoFinTech verstärkt in den Fokus und sind grundsätzlich förderfähig über das bis Ende 2025 laufende Förderprogramm: Konkret geht es dabei um InsurTechs (digitale Geschäftsmodelle aus dem Bereich der Versicherungswirtschaft), PropTechs (digitale Geschäftsmodelle aus der Immobilienwirtschaft), LegalTechs oder RegTechs (digitale Geschäftsmodelle aus dem Bereich Recht und Regulierung).

 

Seit Herbst 2021 leisten die Partner Finanzbehörde, Handelskammer und Finanzplatz Hamburg e.V. mit dem beschlossenen „Masterplan Hamburger Finanzwirtschaft 2021-2025“ (Bürgerschaftsdrs. 22/5889) einen gemeinsamen Beitrag dafür, dass Hamburg im Finanzdienstleistungssektor zukunftsfähig aufgestellt ist und nachhaltig gestärkt wird.

 

Nähere Informationen zum Fintech Monitor:

Fintech Monitor - Fintech Hamburg (fintech-hamburg.com)

 

Nähere Informationen zum Finanzplatz Hamburg e.V.:

Standortinitiative - Finanzplatz Hamburg - DE (finanzplatz-hamburg.com)

 

Nähere Informationen zum Förderprogramm InnoFinTech: https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/innofintech

 

Nähere Informationen zum Masterplan Finanzwirtschaft 2021-2025:

https://www.hamburg.de/contentblob/15453652/df3fe7ccac1e7942d730cb40f2f8d81d/data/d-masterplan.pdf

 

 

 

Rückfragen der Medien

Finanzbehörde

Pressestelle

Telefon: 040 42823 1662

E-Mail: pressestelle@fb.hamburg.de

 

Finanzplatz Hamburg e.V.

Telefon: 040 36138 245

E-Mail: info@finanzplatz-hamburg.com

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Ein Rückblick auf unsere 11. Kapitalmarktkonferenz

Ein Rückblick auf unsere 11. Kapitalmarktkonferenz

Wir blicken zurück auf eine erfolgreiche 11. Kapitalmarktkonferenz, die wir gemeinsam mit unseren Partnern am 06.10.2023 in den Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg umsetzen konnten.

Auf der Hamburger Kapitalmarktkonferenz bieten wir alljährlich eine Plattform für den Austausch von Informationen und Erkenntnissen. Leitthema des Jahres waren die zunehmenden Inflationsraten, die zu einer verschärften Geldpolitik der Zentralbank und einer Erhöhung des Leitzinses führten, mit dem Ziel Preisstabilität herzustellen. In Folge stiegen die Anleiherendite und Risikoprämien auf den Kapitalmärkten. Weshalb wir im Rahmen eines Keynote Beitrages und drei Kurzimpulsen mit anschließender Podiumsdiskussion unsere geladenen Experten mit folgenden Fragen auseinandersetzten: Was bedeuten die neuen Rahmenbedingungen für die Geschäftsmodelle von Banken, Versicherungen und anderen Finanzunternehmen? Welche Risiken können damit einhergehen? Und wie können sich Finanzmarktakteure dagegen wappnen?

In seinem Keynote beschäftigte sich Prof. Dr. Wieland (Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und Geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS), Goethe-Universität Frankfurt) mit der herrschenden Stagflation in Deutschland. Mögliche Faktoren zur Überwindung seien laut Ihm auch in der Geld- und Finanzpolitik zu identifizieren. Zwar sei die Inflation im Euroraum rückläufig, doch insbesondere die Industrie bliebe wegen hoher Energiekosten und Fachkräftemangel hinter den Produktionserwartungen zurück. Für die Finanzpolitik sei es daher notwendig aus der Nachfrage getriebenen Krisenrettungspolitik auszusteigen und mit einer angebotsorientierten Finanzpolitik verbessert Anreize für Arbeit, Investitionen, Innovationen und Wachstum zu schaffen.

In den darauffolgenden drei Impulsen beschäftigten sich die Referenten mit den unterschiedlichen Perspektiven der aktuellen Lage am Finanzmarkt und berichteten zur Rolle der Banken, Versicherer und Zentralbank. Die Banken würden in wirtschaftlichen Veränderungen eine zentrale Rolle einnehmen, insbesondere indem sie das Wachstum finanzieren, Liquidität in unsicheren Zeiten sichern und ein effektives Risikomanagement betreiben würden. Hingegen seien die Lebensversicherer dabei einen Balanceakt zwischen kurzfristigen Anforderungen und langfristigen strategischen Zielen zu bewältigen, um dauerhaften Erfolg und Kundenvertrauen zu sichern. Zu guter Letzt würde die Zentralbank geldpolitische Maßnahmen treffen wie Zinserhöhungen, um die Inflation einzudämmen, wirtschaftliche Überhitzung zu verhindern und die finanzielle Stabilität zu fördern.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von dem Finanzplatz Hamburg e.V., dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), der Handelskammer Hamburg und der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ausgerichtet.

 

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Digitalisierung in der Finanzindustrie: Tokenisierung und elektronische Wertpapiere

Digitalisierung in der Finanzindustrie: Tokenisierung und elektronische Wertpapiere

​Die Digitalisierung der Finanzindustrie schreitet konsequent voran. Gerade in den letzten Monaten wird immer häufiger von der „Tokenisierung“ gesprochen, die ersten „Kryptowertpapiere“ wurden bereits emittiert und der Gesetzgeber hat unlängst einen Entwurf für ein „Finanzmarktdigitalisierungsgesetz“ vorgelegt.

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Bundesweite Befragung liefert 28 Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Finanzwirtschaft als Arbeitgeber

Bundesweite Befragung liefert 28 Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Finanzwirtschaft als Arbeitgeber

Im gemeinsamen Verbund deutscher Finanzplätze haben wir online und bundesweit junge Menschen nach der Attraktivität der Finanzwirtschaft als Arbeitgeber befragt. Aus den Ergebnissen ließen sich 28 Forderungen herauskristallisieren. Zentrale Forderungen sind die frühzeitige Vermittlung von ökonomischem Wissen in Schulen, die transparente Kommunikation von Karrierewegen und -optionen sowie die Flexibilisierung der Arbeitsorganisation.

Die Ergebnisse der Befragung wurden auf der Internetseite unseres GERMANY FINANCE Verbandes im Sommer veröffentlicht. Insgesamt beteiligten sich 4.744 Teilnehmende im Alter von 15 bis 35 Jahren und reichten 605 Vorschläge ein, über die mehr als 48.000-mal abgestimmt wurde. Sozial- und Datenwissenschaftler:innen der CivicTech-Organisation Make.org haben die Vorschläge in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie der Universität Düsseldorf ausgewertet und in sechs Aktionsfeldern zu 28 Themen verdichtet.

Die wichtigsten Forderungen aus Sicht der Befragten umfassen:

  • Frühzeitige Vermittlung ökonomischen Wissens in Schulen, unterstützt durch Branchenvertreter, Workshops und ein "Haushaltsfach".
  • Transparente Kommunikation von Berufsfeldern, Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten.
  • Flexibilisierung der Arbeitszeitgestaltung, alternative Arbeitsmodelle, flexible Urlaubsplanung und die Förderung von Remote-Arbeit und Home-Office.

Die Studie leistete einen wertvollen Beitrag zur Identifikation von wichtigen Faktoren bei der Bewältigung des Nachwuchs- und Fachkräftemangels in der Finanzwirtschaft. Einen detaillierten Bericht zur Studie und ihren Ergebnissen finden Sie hier als PDF zum Download.

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