Germany-Finance-Studie: Investitionsbedarf wächst, Vielfalt schafft Finanzierungsgrundlage

Germany-Finance-Studie: Investitionsbedarf wächst, Vielfalt schafft Finanzierungsgrundlage

Stuttgart, 25.11.2021 – Vielfalt als Vorteil und Stärke des Finanzsystems: Der deutsche Finanzplatz passt genau zur dezentralen, mittelständischen Wirtschaftsstruktur und zum deutschen Föderalismus – das belegt die Studie "Der Finanzplatz Deutschland als Eckstein des europäischen Finanzsystems". Die Strukturen der Wirtschaft und des Bankensektors zeigen große Übereinstimmung.

Der Finanzplatz Deutschland erwirtschaftet 122 Milliarden Euro pro Jahr, beschäftigt 1,1 Millionen Mitarbeiter und ist nach Erwerbstätigen der größte Finanzsektor in Europa. Das deutsche Finanzsystem ist im europäischen Vergleich kundennah und durch viele Akteure geprägt. Dabei untersucht die Studie im Detail Banken, Versicherungen und Börsen im europäischen Kontext. Der Finanzplatz besteht aus mehreren, führenden regionalen Finanzplätzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Das passt zur weit bekannten Struktur der deutschen Realwirtschaft, die facettenreich, wachstumsstark, international und stabil ist.

Es gilt jedoch, neue Herausforderungen zu meistern. Eine vielfältig aufgestellte Wirtschaft hat dafür gute Chancen. Mit Blick auf die Zukunft lassen sich drei Kernherausforderungen für das deutsche Finanzsystem festhalten: die nachhaltige Transformation, die digitale (R-)Evolution sowie als Eckpfeiler des europäischen Finanzsystems die Banken- und Kapitalmarktunion.

Die nachhaltige Transformation der Wirtschaft – der Megatrend des 21. Jahrhunderts – und ihre Finanzierung erfordern einen Aufbruch und massive Innovationen, Investitionen und finanzielle Mittel. Die Studie beziffert allein die notwendigen Investitionen für eine nachhaltige Transformation in der EU 2021–2030 auf jährlich 1.092 Milliarden Euro. Die Digitalisierung verändert Kundenanforderungen, erhöht die Effizienz und eröffnet neue Perspektiven. Die Forcierung der europäischen Kapitalmarktunion erweitert die Finanzierungsmöglichkeiten, die für die anstehenden Investitionen von immenser Bedeutung sind.

Hierfür gilt es jedoch bestehende Rahmenbedingungen den neuen Herausforderungen anzupassen und die Effizienz im Ökosystem zu verbessern. Germany Finance unterstützt die Ziele und Maßnahmen, den deutschen Finanzplatz im europäischen Kontext zu stärken, ihn als führenden Sustainable-Finance-Standort zu etablieren und bei der Digitalisierung mehr Tempo aufzunehmen. Für Finanzwirtschaft und Realwirtschaft gilt es gleichermaßen, Chancen in wachsenden Märkten durch Innovationen und Investitionen zu nutzen. Dabei können Flexibilität, Anreize sowie eine schlanke Regulierung und einfachere Verfahren dieser Transformation helfen.

Die Studie von Germany Finance und zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh ist entstanden in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim.

Download der Studie „Der Finanzplatz Deutschland als Eckstein des europäischen Finanzsystems“

"Deutschlands Finanzsystem – ein Sonderfall? Vielleicht. Aber das deutsche Finanzsystem hat über Jahrzehnte seinen Beitrag zur Finanzierung einer der größten und erfolgreichsten Volkswirtschaften geleistet. Es lohnt daher, sich mit seinen Besonderheiten, seinen Stärken und auch Schwächen intensiv auseinanderzusetzen", sagt Prof. Dr. Hans-Peter Burghof, Universität Hohenheim.

"Im Rahmen der nachhaltigen Transformation kommt den deutschen Finanzinstitutionen eine entscheidende Rolle zu. Die Herausforderungen für Banken, Versicherungen und Börsen sind enorm. Bei konsequentem und frühzeitigem Handeln eröffnen die besonderen, kundennahen Strukturen des deutschen Finanzsystems aber Zukunftschancen für Wirtschaft und Finanzwirtschaft", sagt Dr. Ekkehardt Bauer, zeb.

"Der Finanzplatz Deutschland ist in seiner Vielfalt weltweit einzigartig. Dies bringt Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. Die Studie beleuchtet diese und legt damit den Grundstein für die weitere Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Germany Finance", sagt Dominik Schütz, Sprecher Germany Finance.

Über Germany Finance:
Germany Finance ist ein informeller Zusammenschluss deutscher Finanzplatzinitiativen aus Berlin, Frankfurt, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Stuttgart. Gemeinsames Ziel ist es, den Finanzplatz Deutschland im deutschen, europäischen sowie internationalen Kontext zu stärken, ihm ein Gesicht zu geben und Ansprechpartner für Interessenten am Finanzplatz Deutschland aus dem In- und Ausland zu sein. Mehr zur Arbeitsgemeinschaft auf www.germany-finance.com.

Aktive Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft:
Berlin Finance Initiative - Ostdeutscher Bankenverband e.V.
Frankfurt Main Finance e.V.
Finanzplatz Hamburg e.V.
Fin.Connect.NRW
Stuttgart Financial - Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V.

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News

Erstmals über 100 Fintechs am Finanzstandort Hamburg

Erstmals über 100 Fintechs am Finanzstandort Hamburg

Hamburg entwickelt sich kontinuierlich zu einem wichtigen Zentrum der digitalen Finanzwirtschaft mit neuen Finanztechnologieunternehmen (kurz: Fintechs) weiter. Erstmals zählt der „Fintech Monitor“ des Finanzplatz Hamburg e.V. mehr als 100 aktive Fintechs am Standort. Bei der ersten Veröffentlichung des Fintech Monitors im Jahr 2017 waren es lediglich etwas mehr als 30 Unternehmen. Die am Standort tätigen Unternehmen decken eine hohe Bandbreite an Geschäftsmodellen ab und zeigen auf diese Weise die hohe Innovationsfähigkeit der Hamburger Finanzwirtschaft. Das seit dem Jahr 2022 und bis Ende 2025 laufende Förderprogramm „InnoFinTech“ unter dem Dach des Masterplans Finanzwirtschaft 2021-2025 hat der Hamburger Fintech-Szene einen merkbaren Schub gegeben. Bisher wurden 20 der im Fintech Monitor verzeichneten Unternehmen über das Programm gefördert.

 

Senator Dr. Andreas Dressel:

„Der jüngste Fintech Monitor spiegelt die positive Entwicklung des Finanzstandorts Hamburg insgesamt wider und motiviert uns, gemeinsam mit dem Finanzplatz Hamburg e.V. und der Handelskammer Hamburg den Masterplan Finanzwirtschaft 2021-2025 weiterhin konsequent umzusetzen. Ich freue mich sehr, dass wir als Stadt mit unserem InnoFinTech-Förderprogramm diese Dynamik unterstützen und - gerade in der aktuell herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Lage - wichtige Impulse zur weiteren Stärkung des Hamburger Fintech-Ökosystems geben. Davon profitieren mit geförderten InsurTechs, PropTechs, LegalTechs und RegTechs auch verwandte Bereiche. Überall geht es darum, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und Innovationen zu ermöglichen.“

 

Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender Finanzplatz Hamburg e.V.:

„Die lebendige Fintech-Szene in Hamburg ist ein Zeichen für die Vitalität unseres Finanzplatzes. Schon seit vielen Jahren legen wir als Verein, etwa mit unserer Marke Fintech Hamburg, einen Fokus auf die Stärkung der Innovationsförderung in unserer Branche und nehmen laufend neue Akteure in unser Netzwerk auf. Das InnoFinTech-Programm trägt mit attraktiven Förderkonditionen zur positiven Entwicklung des Standorts bei.“

 

 

Hintergrund:

Fintech Hamburg und der Fintech Monitor sind Produkte des Finanzplatz Hamburg e.V. und stellen die Vielfalt der in der Metropolregion tätigen Fintechs in einem virtuellen Schaufenster vor. Als Fintechs im Sinne des Monitors werden Firmen und insbesondere StartUps, welche sich mit der Digitalisierung der Finanzwirtschaft beschäftigen, begriffen. Zwecks Orientierung werden die Unternehmen den folgenden Kategorien zugeordnet: „Assistance & Self Service“, „Finance“, „Accounting & Taxes“, „Banking & Savings“, „Insurance“, „Crypto“, „Analytics & Research“, „Trade Finance“, „Brokerage & Comparison“, „Payments“ und „Retail Investment“.

 

Das Förderprogramm „InnoFinTech“ richtet sich beispielsweise an Unternehmen, die App basierte Geschäftsmodelle zur Steuerung von Transaktionen, Plattformen für den Finanzhandel oder zur Vermögensverwaltung (Fintech) entwickelt haben. Aber auch die Fintech-verwandten Bereiche geraten mit InnoFinTech verstärkt in den Fokus und sind grundsätzlich förderfähig über das bis Ende 2025 laufende Förderprogramm: Konkret geht es dabei um InsurTechs (digitale Geschäftsmodelle aus dem Bereich der Versicherungswirtschaft), PropTechs (digitale Geschäftsmodelle aus der Immobilienwirtschaft), LegalTechs oder RegTechs (digitale Geschäftsmodelle aus dem Bereich Recht und Regulierung).

 

Seit Herbst 2021 leisten die Partner Finanzbehörde, Handelskammer und Finanzplatz Hamburg e.V. mit dem beschlossenen „Masterplan Hamburger Finanzwirtschaft 2021-2025“ (Bürgerschaftsdrs. 22/5889) einen gemeinsamen Beitrag dafür, dass Hamburg im Finanzdienstleistungssektor zukunftsfähig aufgestellt ist und nachhaltig gestärkt wird.

 

Nähere Informationen zum Fintech Monitor:

Fintech Monitor - Fintech Hamburg (fintech-hamburg.com)

 

Nähere Informationen zum Finanzplatz Hamburg e.V.:

Standortinitiative - Finanzplatz Hamburg - DE (finanzplatz-hamburg.com)

 

Nähere Informationen zum Förderprogramm InnoFinTech: https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/innofintech

 

Nähere Informationen zum Masterplan Finanzwirtschaft 2021-2025:

https://www.hamburg.de/contentblob/15453652/df3fe7ccac1e7942d730cb40f2f8d81d/data/d-masterplan.pdf

 

 

 

Rückfragen der Medien

Finanzbehörde

Pressestelle

Telefon: 040 42823 1662

E-Mail: pressestelle@fb.hamburg.de

 

Finanzplatz Hamburg e.V.

Telefon: 040 36138 245

E-Mail: info@finanzplatz-hamburg.com

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Ein Rückblick auf unsere 11. Kapitalmarktkonferenz

Ein Rückblick auf unsere 11. Kapitalmarktkonferenz

Wir blicken zurück auf eine erfolgreiche 11. Kapitalmarktkonferenz, die wir gemeinsam mit unseren Partnern am 06.10.2023 in den Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg umsetzen konnten.

Auf der Hamburger Kapitalmarktkonferenz bieten wir alljährlich eine Plattform für den Austausch von Informationen und Erkenntnissen. Leitthema des Jahres waren die zunehmenden Inflationsraten, die zu einer verschärften Geldpolitik der Zentralbank und einer Erhöhung des Leitzinses führten, mit dem Ziel Preisstabilität herzustellen. In Folge stiegen die Anleiherendite und Risikoprämien auf den Kapitalmärkten. Weshalb wir im Rahmen eines Keynote Beitrages und drei Kurzimpulsen mit anschließender Podiumsdiskussion unsere geladenen Experten mit folgenden Fragen auseinandersetzten: Was bedeuten die neuen Rahmenbedingungen für die Geschäftsmodelle von Banken, Versicherungen und anderen Finanzunternehmen? Welche Risiken können damit einhergehen? Und wie können sich Finanzmarktakteure dagegen wappnen?

In seinem Keynote beschäftigte sich Prof. Dr. Wieland (Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und Geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS), Goethe-Universität Frankfurt) mit der herrschenden Stagflation in Deutschland. Mögliche Faktoren zur Überwindung seien laut Ihm auch in der Geld- und Finanzpolitik zu identifizieren. Zwar sei die Inflation im Euroraum rückläufig, doch insbesondere die Industrie bliebe wegen hoher Energiekosten und Fachkräftemangel hinter den Produktionserwartungen zurück. Für die Finanzpolitik sei es daher notwendig aus der Nachfrage getriebenen Krisenrettungspolitik auszusteigen und mit einer angebotsorientierten Finanzpolitik verbessert Anreize für Arbeit, Investitionen, Innovationen und Wachstum zu schaffen.

In den darauffolgenden drei Impulsen beschäftigten sich die Referenten mit den unterschiedlichen Perspektiven der aktuellen Lage am Finanzmarkt und berichteten zur Rolle der Banken, Versicherer und Zentralbank. Die Banken würden in wirtschaftlichen Veränderungen eine zentrale Rolle einnehmen, insbesondere indem sie das Wachstum finanzieren, Liquidität in unsicheren Zeiten sichern und ein effektives Risikomanagement betreiben würden. Hingegen seien die Lebensversicherer dabei einen Balanceakt zwischen kurzfristigen Anforderungen und langfristigen strategischen Zielen zu bewältigen, um dauerhaften Erfolg und Kundenvertrauen zu sichern. Zu guter Letzt würde die Zentralbank geldpolitische Maßnahmen treffen wie Zinserhöhungen, um die Inflation einzudämmen, wirtschaftliche Überhitzung zu verhindern und die finanzielle Stabilität zu fördern.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von dem Finanzplatz Hamburg e.V., dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), der Handelskammer Hamburg und der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ausgerichtet.

 

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Digitalisierung in der Finanzindustrie: Tokenisierung und elektronische Wertpapiere

Digitalisierung in der Finanzindustrie: Tokenisierung und elektronische Wertpapiere

​Die Digitalisierung der Finanzindustrie schreitet konsequent voran. Gerade in den letzten Monaten wird immer häufiger von der „Tokenisierung“ gesprochen, die ersten „Kryptowertpapiere“ wurden bereits emittiert und der Gesetzgeber hat unlängst einen Entwurf für ein „Finanzmarktdigitalisierungsgesetz“ vorgelegt.

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Bundesweite Befragung liefert 28 Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Finanzwirtschaft als Arbeitgeber

Bundesweite Befragung liefert 28 Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Finanzwirtschaft als Arbeitgeber

Im gemeinsamen Verbund deutscher Finanzplätze haben wir online und bundesweit junge Menschen nach der Attraktivität der Finanzwirtschaft als Arbeitgeber befragt. Aus den Ergebnissen ließen sich 28 Forderungen herauskristallisieren. Zentrale Forderungen sind die frühzeitige Vermittlung von ökonomischem Wissen in Schulen, die transparente Kommunikation von Karrierewegen und -optionen sowie die Flexibilisierung der Arbeitsorganisation.

Die Ergebnisse der Befragung wurden auf der Internetseite unseres GERMANY FINANCE Verbandes im Sommer veröffentlicht. Insgesamt beteiligten sich 4.744 Teilnehmende im Alter von 15 bis 35 Jahren und reichten 605 Vorschläge ein, über die mehr als 48.000-mal abgestimmt wurde. Sozial- und Datenwissenschaftler:innen der CivicTech-Organisation Make.org haben die Vorschläge in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie der Universität Düsseldorf ausgewertet und in sechs Aktionsfeldern zu 28 Themen verdichtet.

Die wichtigsten Forderungen aus Sicht der Befragten umfassen:

  • Frühzeitige Vermittlung ökonomischen Wissens in Schulen, unterstützt durch Branchenvertreter, Workshops und ein "Haushaltsfach".
  • Transparente Kommunikation von Berufsfeldern, Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten.
  • Flexibilisierung der Arbeitszeitgestaltung, alternative Arbeitsmodelle, flexible Urlaubsplanung und die Förderung von Remote-Arbeit und Home-Office.

Die Studie leistete einen wertvollen Beitrag zur Identifikation von wichtigen Faktoren bei der Bewältigung des Nachwuchs- und Fachkräftemangels in der Finanzwirtschaft. Einen detaillierten Bericht zur Studie und ihren Ergebnissen finden Sie hier als PDF zum Download.

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