Die Preisträger 2012

Sieger:
Prof. Dr. Dirk Zetzsche

Die Habilitation leistet Grundlagenarbeit zur Organisation von Verwaltern von Investmentfonds und Kapitalanlagegesellschaften. Auf rund 800 Seiten werden nicht nur Publikumsaktienfonds untersucht, sondern auch Verwaltern von Hedge Fonds, Private Equity Fonds, Immobilien- und Schiffsfonds in Deutschland und acht weiteren Rechtsordnungen. Die Arbeit bietet erstmalig eine praktikable Definition, unter welchen Umständen von einem Investmentfonds auszugehen ist. Dabei wird herausgefunden, dass ein Investmentfonds ein Rechtsgegenstand eigener Art ist – und diese Sonderstellung auch von der Aufsicht berücksichtigt werden müsse. Eine weitere Grunderkenntnis der Arbeit ist die Ausgewogenheit des Anlagedreiecks aus Verwalter, Verwahrer/Depotbank und Anleger. Es wird gezeigt, dass sich diese Struktur unabhängig von staatlichen Eingriffen bereits vor 500 Jahren in den Niederlanden entwickelt und über die Jahrhunderte bewährt hat. Obwohl die Arbeit über einen Zeitraum von vielen Jahren entstanden ist, wird auf die jüngste europäische Richtlinie zu den Alternative Investment Fund Managern eingegangen. Eine der Kernforderungen der Arbeit ist das „Postulat der Neutralität der Regulierung“. Hier plädiert der Autor für Wettbewerbsneutralität, Verwalterneutralität, Produktneutralität, Vertriebsneutralität und Innovationsneutralität.

 

Finalist:
Dr. Simon Kaesler

Die kumulative Dissertation (Goethe Universität Frankfurt am Main, Prof. Hackethal) beschäftigt sich mit den oftmals ineffizienten Investitionsentscheidungen von Privathaushalten auf Kapitalmärkten. In einem ersten Fachartikel werden verschiedene Methoden zur Renditemessung von Privatanleger-Portfolios untersucht. Privatanleger, die sich selbst um ihre Anlagen kümmern, schneiden im Durchschnitt schlechter ab als der Markt. Deshalb könnte es für Anleger Sinn machen, in Indexfonds zu investieren. Doch nur wenige Investoren investieren tatsächlich in Indexfonds und dazu noch in ineffizienter Weise. Erstaunlicher noch sind die Ergebnisse der dritten Studie, für die in einer groß angelegten Feldstudie über 8.000 Privatkunden eine theoretisch fundierte, unabhängige und kostenlose professionelle Finanzberatung angeboten wurde. Nur knapp 400 Kunden haben dieses Angebot angenommen – und vor allem die, die ohnehin schon zuvor am besten ihr Geld anlegten. Aber auch diese Kunden befolgten die Ratschläge der Finanzberatung nicht, obwohl sich ihre Performance damit deutlich verbessert hätte. Mit den Investmentstrategien von Privatanlegern sind enorme Wohlfahrtsverluste verbunden. Für die Finanzwirtschaft ist dies aber auch eine Chance, gemeinsam mit den Kunden neue Produkte voranzutreiben, die den Kundennutzen und gleichzeitig auch den Börsenwert steigern.

 

Finalist:
Dr. Kaspar Dardas

Die kumulative Dissertation (European Business School Wiesbaden, Prof. Güttler) untersucht legale Transaktionen in Aktien des eigenen Unternehmens durch Führungskräfte, so genannte Director’s Dealings. Im Mittelpunkt stehen die Effekte öffentlich verfügbarer Director’s Dealings Meldungen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob solche Meldungen von anderen Marktteilnehmern genutzt werden können, um profitable Anlageentscheidungen zu treffen. Eine erste Studie zeigt, dass der Informationsgehalt von Director’s Dealings Meldungen dort am größten ist, wo die Finanzmarktgesetze am strengsten sind wie zum Beispiel in Deutschland oder in Großbritannien. In einer zweiten Studie werden die Überrenditen am Tag der Meldung untersucht. Dabei zeigt sich, dass Preisanpassungen auf Director’s Dealings Meldungen innerhalb von nur wenigen Minuten stattfinden und nach 15 Minuten vollständig abgeschlossen sind. Daraus wird der Schluss gezogen, dass eine Pflicht zur unmittelbaren Veröffentlichung von legalem Insiderhandel die Effizienz der Märkte nachthaltig steigern würde. Zuletzt wird ein Modell entwickelt, mit dem informative Director’s Dealings von nicht informativen unterschieden werden können. Damit gelingt es vorherzusagen, welche Meldungen zu Überrenditen bei Aktien führen werden und welche nicht.

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